Begrünung als Voraussetzung für Artenvielfalt in der Wallstraße Mainz

Partenheim, 24.03.25

Die Wallstraße verläuft vom Hauptbahnhof bis zur Mombacher Straße und hat einen Seitenzubringer hinter den Berufsschulen zu den Häusern 49 und 51.

Beginnend am Hbf/ Taubertsbergbad finden wir ab Fort Hauptstein eine zunehmend üppige Vegetation aus Baumbestand und diversen rankenden Schlingpflanzen die vertikale Straßenbegrenzungen besiedelt haben. Nach Haus Nr. 13 ist in 2024 ein großes Gebäude gebaut worden, vorher stand dort in einem Grünen Garten ein historisches Bienenhaus. Die ganze Wallstraße ist – oft sogar beidseitig- von Bäumen gesäumt. Viele große Bäume überragen mit ihren weiten Kronen die Straße und werfen viel Schatten. Das Kavalier Prinz Holstein, in dem das Gün- und Umweltamt einen Tätigkeitsbereich hat ist rund herum von einem Wäldchen umgeben. Nach der Überquerung der Kreuzung Am Fort Gonsenheim setzt sich der Baumbestand auf beiden Straßenseiten der Wallstraße fort. Nach dem SWR beginnt zwischen der Wallstraße und den Berufsschulen ein grüner Gehölzsaum bis zum Abzweig der Stichstraße zu den Häusern Wallstraße 49 und 51. Diese Stichstraße ist vollständig von den Baumkronen „überdacht“, sie wirkt wie ein Hohlweg. Zahlreiche große Ahornbäume stehen dort. Sehr beeindruckend ist dort das Vogelgezwitscher in der Dämmerung. Ein Imker betreibt am Ende der Stichstraße einen Bienenstand. Nach dem Abzweig der Stichstraße beginnt statt eines Bürgersteigs auf der linken Seite ein steiler bewaldeter Hang der weit oben in den Hartenbergpark übergeht und bis fast zur Mombacher Straße reicht.

Bewertung:

Die umfangreiche vertikale Begrünung stellt eine Besonderheit dar und insbesondere die horizontale Begrünung in der Ebene der Baumkronen bietet eine große Biomasse, die viel Schatten spendet und auch das Stadtklima positiv beeinflusst als auch Lebensraum für viele Tiere, insbesondere Vögel bietet. Das Verhältnis von Begrünung zu versiegelter Fläche stellt sich in der schmalen Wallstraße positiv dar, auch weil weite Bereiche unversiegelt sind. Offener Boden und temporäre Schlammpfützen sind für viele Tiere wichtige Lebensraumanforderungen. Die Wallstraße ist eine, wenn nicht sogar die grünste Straße der Innenstadt. Zu diesem ökologischen Reichtum hat auch die Jahrzehnte lange Ungleichbehandlung durch die Stadt beigetragen. Während in den 80er und 90er Jahren viele unversiegelte Parkplätze in Mainz auch unter Fällung von Bäumen versiegelt wurden blieb die Wallstraße verschont. Noch vor 16 Jahren hat die Stadt Mainz große Platanen auf dem Gutenbergplatz vor dem Staatstheater fällen lassen. Dies hat damals zu einem Aufschrei geführt. Heute ist das Bewusstsein für seine Bäume in Mainz ein anderes.

Zur Parkplatzsituation in der Wallstraße:

oberste Priorität sollte sein, 1. Keine Baumfällungen, 2. bisher unversiegelte Flächen sollen unversiegelt bleiben, auch wenn weiterhin PKWs darauf parken.

Dass die Stadt Mainz nach über 30 Jahren Ungleichbehandlung der Wallstraße sich jetzt plötzlich auf den Gleichbehandlungsgrundsatz beruft und in einer noch nie da gewesenen kollektiven Strafaktion die gesamte Wallstraße ohne Vorwarnung mit kostenpflichtigen Verwarnungen wegen Falschparkens überzieht ist für uns nicht nachvollziehbar. Wir schließen uns da dem Bund Naturschutz Bayern (BN) an, dessen Ehrenvorsitzender Hubert Weiger viele Jahre den Bundesvorsitz des BUND inne hatte. Der BN fordert eine faire Kommunikation mit Vorwarnung für Anwohner und Autofahrer bei einer ähnlichen Knöllchenaktion in München https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-parken-parkplaetze-gehwegparken-li.3197491

Fazit:

Die Wallstraße braucht die Unterstützung ihrer Anwohnerschaft um das gewachsene ökologische Potential zu schützen und fortzuentwickeln. Akzeptanz und bürgerliches Engagement sind unersetzlich. Den Rückfall in ordnungsrechtliche Dominanz des 19 Jahrhunderts können wir uns nicht leisten. Wir empfehlen der Stadt Mainz wenigstens jeweils die erste Verwarnung kostenfrei zu stellen und mit der Anwohnerschaft der Wallstraße gemeinsam die Zukunft der Wallstraße zu entwickeln. Eine Möglichkeit wäre auch ein Bürgerbegehren auf Stadtteil- oder Stadtebene. Dazu könnten der OB Haase mit seiner Erfahrung aus dem Biebelturmbegehren oder die Initiative Klimaentscheid Mainz die Anwohner der Wallstraße beraten.

Wichtiger Handlungsbedarf:

Wenn die Stadt Mainz sich ordnungsrechtlich austoben will, kann sie ja gerne die Landwirte in der Gemarkung der Stadt verwarnen, die gegen die vorgeschriebenen Auflagen beim Pflanzenschutz verstoßen. Eine Studie hat gezeigt, dass hochgiftige Insektizide auf vielen Quadratkilometern um Mainz, selbst in Naturschutzgebieten in die Blüten gespritzt werden. Aber da traut sich niemand heran. Selbst Katrin Eder, die grüne Umweltministerin schweigt dazu.

https://www.anuk.info/index.php/projekte/pestizide-im-bienenbrot

Franz Botens
Vorsitz ANUK e.V.
www.anuk.info
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0157 306 206 33

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