- Details
Asiatische Hornisse in deutscher Eiche
Partenheim, 03.01.2024
Vor wenigen Jahren ist die asiatische Hornisse Vespa velutina in Frankreich an Land gegangen um den europäischen Kontinent zu besiedeln. Jetzt ist erstmals ein Nest in Mainz-Gonsenheim gesichtet worden. Am Stadtrand zwischen Kehlweg und Heidesheimer Straße, in der Nähe des Reitplatzes wurde das Nest in luftiger Höhe von ca. 15 Metern in der Krone einer Eiche entdeckt. Ein imposanter großer grauer Ballon von mindestens 50 cm Durchmesser. Auf ihrem Weg von Frankreich nach Mainz hat sie insbesondere bei den Imkern und Imkerinnen für Aufregung gesorgt. Ihre Lieblingsspeise sind nämlich Honigbienen. Ihr großer Appetit und ihr großes Vermehrungspotential von bis zu 300 Königinnen pro Jahr beunruhigt nun die Mainzer Imkerschaft. Der Standort des gefundenen Nestes liegt zwar nicht direkt neben einem Bienenstand, aber bei genauer Betrachtung hat Velutina Ihr Nest genau zwischen drei nahegelegenen Bienenständen gebaut. So hatte Sie in Reichweite eine große Auswahl an Delikatessen.
Vespa velutina ist überwiegend schwarz, nur am Hinterende und an den Beinen sind gelbe Bereiche. Zur Zeit können Nester in den Baumkronen gut erkannt werden. Insbesondere in Mainz-Finthen wird noch ein weiteres Nest vermutet. Liebe Leserinnen und Leser, Sie sind gebeten, mögliche Sichtungen von Nestern dem Verein www.anuk.info mitzuteilen. Jetzt hoffen die Imkernden sehr, dass es trotz Klimawandel doch noch tiefen Frost geben wird, damit nicht viele Velutina-Königinnen den Winter überleben
- Details
Europäisches Fachsymposium zum atmosphärischen Transport von Pestiziden
Zusammen mit der Brandenburgischen Akademie „Schloss Criewen“ hat das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft vom 31. Mai. bis 1. Juni 2023 ein europäisches Fachsymposium zum atmosphärischen Transport von chemisch-synthetischen Pestiziden veranstaltet.
Bei der Verfrachtung von Pestiziden über die Atmosphäre kann die bisherige Praxis der Risikoprüfung nicht erfolgreich sein. Es wurden Pestizide im Hochgebirge und an der Arktis nachgewiesen. Da genügt nicht die Betrachtung der Auswirkung auf Spaziergänger und Anwohner in der Nähe eines Applikationsortes. Auch genügt nicht die Ermittlung der Abbaugeschwindigkeit da sie dauerhaft in der Luft sind. Die Pestizide in der Atemluft stellen eine neue Dimension der Gefährdung der Gesundheit dar. Mit jedem Atemzug nehmen wir Pestizide auf. Diese chronische Aufnahme über die Lunge kann ganz andere Wirkungen entfalten als die einzelne Aufnahme von Pestiziden über die Haut oder den Magen. Die Lunge ist ein Hochleistungsorgan zur Aufnahme von Molekülen aus der Luft. Sie hat eine sehr große Oberfläche und ist stark durchblutet um den Sauerstoff aus der Luft ins Blut aufzunehmen. Diese Eigenschaften können auch die Aufnahme von Pestiziden aus der Atemluft fördern. Studien zur chronischen Belastung durch Pestizide in der Atemluft liegen noch nicht vor. Da besteht großer Handlungsbedarf.
Die Ergebnisse im Tagungsband:
https://enkeltauglich.bio/wp-content/uploads/Conference-Report-European-Symposium-on-atmospheric-transport-of-pesticides_LQ.pdf
Informationen zur Zulassung von Pestiziden:
https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/pflanzenbau/pflanzenschutz/zulassung.html#doc12708bodyText3
Die bisherige Praxis, bei Verdacht einer Schädigung von Gesundheit oder Umwelt durch ein Pestizid dessen Anwendung jahrelang fortzusetzen bis die Überprüfung abgeschlossen ist verstößt gegen das Vorsorgeprinzip.
Wir fordern, bei Verdacht einer schädlichen Wirkung sollte die Zulassung des Pestizids sofort ausgesetzt werden. Erst wenn die Unbedenklichkeit durch eine Überprüfung festgestellt wurde, kann die Zulassung fortgesetzt werden.
Wir fordern auch flächendeckend ein EU-weites Biomonitoring von Pestiziden in Bienenvölkern und ein EU-weites Monitoring von Pestiziden in Luft, Wasser und Boden.
- Details
Ein Auszug erstellt von Franz Botens
Zusammenfassung
Im Rahmen eines Rechtsstreits über die Toxizität von Glyphosat wurden 141 Dokumente auf den Websites von U.S. Right to Know veröffentlicht. Sie Enthalten unter Anderem interne Monsanto-E-Mails, Manuskriptentwürfe, Peer- Review-Berichte und Zeugenaussagen. Auf Grundlage dieser Dokumente hat LEEMON B. McHENRY von der California State University (Northbridge) 2018 eine Arbeit mit dem Titel: "The Monsanto Papers: Poisoning the Scientific Well" im International Journal Risk & Safety in Medicine veröffentlicht. Die Arbeit wurde von Dr. Anton Safer ins Deutsche übersetzt. Diese Übersetzung wurde von McHENRY autorisiert. Sie kann hier eingesehen werden. Bei Researchgate.net kann man ggf. den Verfasser anschreiben und um Zusendung des Originaltextes bitten.
In dieser Fallstudie untersucht McHENRY die Bemühungen von Monsanto, die Berichterstattung über wissenschaftliche Ergebnisse in Bezug auf die Sicherheit des Herbizids Roundup und seines Wirkstoffs Glyphosat zu beeinflussen.
ERGEBNISSE: Die Dokumente enthüllen das von Monsanto gesponserte Ghostwriting von Artikeln, die in toxikologischen Fachzeitschriften und Laienmedien veröffentlicht wurden, die Einmischung in den Peer- Review-Prozess, die Beeinflussung von Artikel-Rücknahmen hinter den Kulissen und die Einrichtung einer sogenannten akademischen Website als Fassade für die Verteidigung von Monsanto-Produkten.
SCHLUSSFOLGERUNG: Der Einsatz von externen Akademikern bei der Unternehmensverteidigung von Glyphosat zeigt, dass diese Praxis über die Korruption in der Medizin hinausgeht und fortbesteht. Akademische Berater oder "wichtige Meinungsführer" werden Mitglieder von Beiräten, Rednerbüros, "Autoren" von Ghostwriting-Artikeln und Agenten der Off-Label-Promotion.
1. IARC-Kontroverse über Glyphosat
Die „Internationale Agentur für Krebsforschung“ (IARC) veröffentlichte Im März 2015 ihre Ergebnisse, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend beim Menschen ist.
Als das geplante IARC-Treffen Ende 2014 angekündigt wurde, schrieb Monsanto-Mitarbeiterin Donna Farmer an den ehemaligen Monsanto-Mitarbeiter John Acquavella in einer E-Mail vom 9/18/2014:
"Ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass das, worüber wir uns schon lange Sorgen gemacht haben, eingetreten ist. (sic) Glyphosat ist für eine IARC-Überprüfung im März 2015 vorgesehen."
2. Zweifel produzieren: Ghostwriting der Berichte
Ghostwriting ist die Praxis, bei der Unternehmen heimlich Zeitschriftenartikel im Namen prominenter akademischer Forscher verfassen, um eine Literaturbasis zur Unterstützung von Produkten aufzubauen und Kritik zu neutralisieren.
In einer E-Mail vom 19.2.2015, einen Monat vor der Veröffentlichung des IARC-Berichts zu Glyphosat, schreibt William Heydens bei Monsanto:
„Wenn wir voll durchstarten und Experten aus allen wichtigen Bereichen einbeziehen würden, könnten wir auf 250.000 $ oder vielleicht sogar mehr kommen. ... und wir schreiben die Abschnitte über Exposition und Tox & Genotox als Ghostwriter.“
Monsanto beauftragte die Beraterfirma „Intertek Scientific & Regulatory Consultancy“ mit der Organisation eines angeblich unabhängigen Expertengremiums, das eine Bewertung der IARC-Daten vornehmen sollte. Die freigegebenen Dokumente zeigen, dass das Expertengremium alles andere als eine unabhängige Auswahl neutraler Wissenschaftler war, die eine Meinung zur Karzinogenität von Glyphosat abgaben. Abgesehen von der Täuschung, die mit jedem einzelnen Ghostwriter Artikel verbunden ist, setzen diese Artikel, sobald sie veröffentlicht sind, falsche Darstellungen bis weit in die Zukunft fort, indem sie andere Ghostwriter Artikel zitieren.
3. Monsantos Einmischung in das Peer-Review-Verfahren und die Rücknahme der Veröffentlichung von Séralini et al.
Das Peer-Review-Verfahren dient der Qualitätssicherung einer wissenschaftlichen Arbeit durch unabhängige Gutachter. Es ist die wichtigste Säule für die Verlässlichkeit von Wissenschaft.
Die Unterwanderung dieses Verfahrens durch Monsanto erschüttert das Vertrauen in die Wissenschaft nachhaltig und vergiftet den Wissenschaftsprozess, da unerkannte Falschinforma-tionen zitiert werden und in Zukunft darauf aufgebaut wird.
Auch beeinflusst Monsanto die Redaktion eines wissenschaftlichen Journals um Leserbriefe gegen eine Glyphosat-kritische Publikation abzudrucken. Die Autoren dieser Leserbriefe hat Monsanto selbst mobilisiert bzw beauftragt.
Zusätzlich zu den Akademikern gehören zu Monsantos externen Beratern auch Zeitschriften-Herausgeber, die eine enorme Macht haben, wissenschaftliche Veröffentlichungen zu kontrollieren. Dies wirft noch mehr Probleme für Interessenkonflikte mit der Industrie und die Integrität des Peer-Review-Prozesses auf.
4. Monsantos verborgene Rolle in Rezension der akademischen Welt
Die Website "Academics Review“ stellt sich als unabhängige Non-Profit-Organisation dar. Was die Website nicht offenlegt, ist Monsantos Rolle bei der Schaffung von Academics Review als Drittplattform für Angriffe auf Kritiker unter dem Deckmantel "unabhängiger" Professoren. 2014 erhielt Academics Review $300.000 und im Jahr 2015 $350.000 vom „Council for Biotechnology Information“, in dem Monsanto eine Führungsposition einnimmt.
Academics Review ist eine eingetragene gemeinnützige Organisation, die aber offensichtlich geschaffen wurde, um die Gewinne von Konzernen wie Monsanto zu schützen.
Schlussfolgerungen
Ob Glyphosat oder Glyphosat-basierte Formulierungen wie Roundup sicher sind, ist eine Frage der objektiven wissenschaftlichen Bewertung. Monsanto hat jedoch den Brunnen vergiftet, indem es die wissenschaftlichen Journale mit Ghostwriting-Artikeln überschwemmt und sich auf mehreren Ebenen in den wissenschaftlichen Prozess eingemischt hat. Dies hat die Aufgabe, die Wahrheit herauszufinden, enorm erschwert, und die Glaubwürdigkeit von Wissenschaft untergraben. Wenn das Unternehmen Vertrauen in die Sicherheit seiner Produkte hätte, gäbe es keinen Grund für ein solches Verhalten. Aber es ist offensichtlich, dass es Probleme gibt, die Monsanto verheimlichen muss.
Wenn Konzerne den wissenschaftlichen Prozess kontrollieren, wird das Gemeinwohl der Menschheit durch den Wettbewerb von Sonderinteressen ersetzt.
